FBI erhebt Anklage gegen Mann aus Florida wegen angeblicher in Steam-Spielen versteckter Malware-Kampagne

Die Bundesanwaltschaft hat einen 21-jährigen Mann aus Florida wegen eines mutmaßlichen Cyberkriminalitätsplans angeklagt, bei dem Malware zum Diebstahl von Kryptowährungen in Spielen versteckt wurde, die über Steam geteilt wurden.

Laut aStrafanzeige des BundesZyaire Wilkins aus North Lauderdale, Florida, arbeitete fast zwei Jahre lang mit mehreren ungenannten Partnern zusammen, um infizierte Spiele zu veröffentlichen.

Die Ermittler sagten, dass die Spiele sicher aussahen und wie erwartet funktionierten. Hinter den Kulissen installierten sie heimlich Schadsoftware auf den Computern der Spieler.

Das FBI geht davon aus, dass die Malware den Opfern Passwörter, Browserinformationen, private Dateien und Kryptowährungs-Wallet-Details gestohlen hat. Die Behörden sagten, die Kampagne habe sich auf mehrere Spieletitel ausgeweitet.

Zu diesen Titeln gehörten BlockBlasters, Dashverse, Lampy, Lunara, PirateFi, Chemia, DashFPS und Tokenova. Das FBI schätzt, dass durch die Kampagne etwa 8.000 Computer infiziert wurden. Die Ermittler gehen außerdem davon aus, dass rund 80 Kryptowährungs-Wallets kompromittiert wurden.

Der Beschwerde zufolge wurden bei der Operation Kryptowährungen im Wert von mindestens 220.000 US-Dollar gestohlen. Ermittler sagten außerdem, dass die Gruppe die Spiele über Discord, LinkedIn und Telegram beworben habe, um mehr Spieler zu erreichen.

In der Beschwerde heißt es, dass die Operation von Mai 2024 bis Anfang 2026 lief. Später identifizierten die Strafverfolgungsbehörden die infizierten Spiele und begannen mit der Verfolgung der dahinter stehenden Personen.

Die Ermittler verfolgten die Zahlungen an den Verdächtigen zurück

Die Ermittler untersuchten nicht nur die Malware selbst. Sie verfolgten auch Kryptowährungstransaktionen und andere digitale Aufzeichnungen. Den Gerichtsdokumenten zufolge konnten die Ermittler die mit der Operation in Verbindung stehende Kryptowährung durch Käufe über den Geschenkkartendienst Bitrefill zurückverfolgen. Die Aufzeichnungen zeigten mehr als 150 Geschenkkartenkäufe. Darunter waren Geschenkkarten von Uber Eats.

Die Ermittlungstechniken des FBI werden auch in anderen hochkarätigen Fällen eingesetzt, darunterein möglicher Hackerangriff auf die eigenen Überwachungssysteme.

Nach Angaben der Ermittler wurden mit diesen Geschenkkarten Lebensmittellieferungen bezahlt, die an Wilkins nach Hause geschickt wurden. Bundesbeamte führten später einen Durchsuchungsbefehl in der Wohnung durch. Sie beschlagnahmten elektronische Geräte und Kryptowährungs-Wallets für forensische Tests. Die Ermittler fanden auch Phrasen zur Wiederherstellung der Kryptowährungsbrieftasche im Haus. Laut Gerichtsakten gehörte eine Wiederherstellungsphrase zu einer Monero-Wallet.

Monero ist dafür bekannt, die Privatsphäre der Benutzer zu schützen. Seine Transaktionen sind in der Regel schwerer zurückzuverfolgen als solche, die mit öffentlichen Kryptowährungen wie Bitcoin getätigt werden. Gerichtsakten deuten auch darauf hin, dass Wilkins die Malware nicht selbst erstellt hat. Stattdessen gehen die Ermittler davon aus, dass er dazu beigetragen hat, die Operation zu finanzieren und zu fördern.

Die Behörden gehen davon aus, dass ein anderer Verdächtiger die in der Kampagne verwendete Malware geschrieben haben könnte. Bundesagenten verhafteten Wilkins Anfang dieser Woche. Wenn ihn ein Gericht für schuldig befunden hat, drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis. Sein Anwalt hat zu den Vorwürfen keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

Dieser Fall zeigt, dass Kriminelle immer wieder neue Wege finden, Malware über vertrauenswürdige Gaming-Plattformen zu verbreiten. Viele Leute glauben, dass Spiele, die von bekannten Stores heruntergeladen werden, sicher sind. Dieses Vertrauen kann es Kriminellen erleichtern, mehr Opfer zu erreichen. Sobald die Malware installiert ist, kann sie stillschweigend vertrauliche Informationen sammeln.

Den Ermittlern zufolge kann es gespeicherte Passwörter, Browser-Cookies, Anmeldedaten, Kryptowährungs-Wallet-Daten und andere private Dateien stehlen. Viele Opfer bemerken möglicherweise zunächst nichts Falsches. Manche Menschen entdecken das Problem erst, nachdem sie Geld verloren oder ungewöhnliche Aktivitäten auf ihren Konten festgestellt haben.

Das FBI hat jeden, der die betroffenen Spiele zwischen Mai 2024 und Januar 2026 heruntergeladen hat, gebeten, sich an die Ermittler zu wenden. Die Behörden arbeiten weiterhin daran, weitere Opfer zu identifizieren und das volle Ausmaß der mutmaßlichen Operation zu ermitteln.

Kryptowährungsaufzeichnungen halfen bei der Aufklärung des Falles

Die Untersuchung zeigt auch, dass Kryptowährungstransaktionen weiterhin der Strafverfolgung helfen können. Obwohl viele Menschen glauben, dass Kryptowährungen Identitäten verbergen, können Ermittler digitale Zahlungen dennoch mit realen Käufen in Verbindung bringen.

Den Ermittlern zufolge halfen ihnen Blockchain-Aufzeichnungen, digitale Beweise und alltägliche Einkäufe, den mutmaßlichen Verdächtigen zu identifizieren. Der Fall zeigt auch, wie verschiedene Beweisstücke während einer Untersuchung zusammenpassen können.

Eine Zahlung in Kryptowährung kann zum Kauf einer Geschenkkarte führen. Der Kauf einer Geschenkkarte kann zu einer Lieferadresse führen. Mithilfe dieser Adresse können Ermittler Online-Aktivitäten mit einer realen Person in Verbindung bringen.

Die Ermittlungen dauern noch an, da die Behörden weiterhin die beschlagnahmten Geräte und Kryptowährungs-Wallets untersuchen. Die Strafanzeige enthält vorerst nur Vorwürfe. Ein Gericht wird entscheiden, ob die Regierung ihre Argumente bewiesen hat.

Das FBI bittet weiterhin jeden, der die aufgelisteten Steam-Spiele im betroffenen Zeitraum heruntergeladen hat, sich zu melden, während die Ermittler daran arbeiten, weitere Opfer zu identifizieren und mehr über die mutmaßliche Malware-Kampagne zu erfahren.