TSMC-Ingenieure in Taiwan wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verhaftet

Drei Personen, darunter zwei ehemalige Ingenieure der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, wurden in Taiwan wegen angeblicher Weitergabe proprietärer Chipherstellungstechnologie festgenommen. Die Verhaftungen stellen die ersten größeren Durchsetzungsmaßnahmen im Rahmen von Taiwans überarbeitetem nationalen Sicherheitsgesetz dar, das auf den Schutz kritischer Technologien, insbesondere in der Halbleiterindustrie, abzielt.

TSMC, der weltweit führende Chiphersteller, deckte den mutmaßlichen Verstoß durch routinemäßige interne Überwachung auf und meldete ihn der Staatsanwaltschaft. Einer der Verdächtigen war zum Zeitpunkt der Entdeckung noch bei TSMC beschäftigt, wurde jedoch später entlassen. Der Fall unterstreicht den intensiven Wettbewerb und die wachsende geopolitische Sensibilität im Zusammenhang mit der fortschrittlichen Halbleiterfertigung, einer Branche, in der TSMC mit der Produktion von über 90 Prozent der fortschrittlichsten Chips der Welt eine dominierende Rolle spielt.

GemäßFinancial TimesLaut Taiwans Oberstaatsanwaltschaft führten Ermittler zwischen dem 25. und 28. Juli Haus- und Arbeitsplatzdurchsuchungen durch. Drei Verdächtige wurden wegen des dringenden Verdachts des Verstoßes gegen das nationale Sicherheitsgesetz des Landes festgenommen, das in den letzten Jahren dahingehend geändert wurde, dass es den Schutz „nationaler Kerntechnologien“ wie Chipherstellungsprozesse unter 14 Nanometern umfasst.

Die Behörden durchsuchten auch die taiwanesischen Büros von Tokyo Electron, einem japanischen Chip-Ausrüstungshersteller, obwohl die Staatsanwaltschaft den Grund für diese Aktion nicht bekannt gab. TSMC und Tokyo Electron gehören zu den Hauptakteuren in der globalen Halbleiterlieferkette, es bleibt jedoch unklar, ob in diesem Fall ein ausländisches Unternehmen direkt beteiligt war.

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TSMC bestätigte unter Berufung auf die laufende Untersuchung nicht, ob die durchgesickerten Informationen einen Konkurrenten erreicht hatten. Das Unternehmen bekräftigte jedoch seine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verstößen gegen Geschäftsgeheimnisse und versprach, jeden Verstoß mit allen rechtlichen Mitteln zu verfolgen. Das Unternehmen war zuvor wegen ähnlicher Vorfälle mit ehemaligen Mitarbeitern in Rechtsstreitigkeiten mit Konkurrenten verwickelt, darunter Samsung und die chinesische Semiconductor Manufacturing International Corporation.

In einer Erklärung betonte TSMC, dass seine robusten internen Systeme es ihm ermöglichten, die Bedrohung frühzeitig zu erkennen, und dass es seine Überwachungs- und Compliance-Maßnahmen weiter verstärken werde. Das Unternehmen bekräftigte außerdem sein Engagement für die Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden, um seinen technologischen Vorsprung und seine betriebliche Integrität zu schützen.

Obwohl Apple in der Untersuchung nicht erwähnt wird, bleibt es einer der wichtigsten Kunden von TSMC. Das Unternehmen verlässt sich bei der Herstellung seines kundenspezifischen Siliziums, einschließlich der Chips der A-Serie und der M-Serie, ausschließlich auf TSMC. Jede Beeinträchtigung des geistigen Eigentums oder der Produktionsstabilität von TSMC könnte möglicherweise Auswirkungen auf die Lieferkette von Apple und die zukünftige Chipentwicklung haben. Apple wird voraussichtlich der erste Kunde sein, der den kommenden 2-nm-Prozessknoten von TSMC übernimmt, was den Schutz der fortschrittlichen Chipdesigns des Unternehmens noch wichtiger macht.

Der Fall verdeutlicht die zunehmende Bedeutung der Sicherheit geistigen Eigentums im taiwanesischen Technologiesektor, insbesondere da geopolitische Spannungen und die weltweite Nachfrage nach fortschrittlichen Halbleitern weiter zunehmen.