Synchron demonstriert den gehirngesteuerten iPad-Zugriff mithilfe von Stentrode und Switch Control

Synchron hat eine neue Demonstration seiner Brain-Computer-Interface-Technologie (BCI) veröffentlicht, die die freihändige Steuerung eines iPad ermöglicht und auf den Eingabehilfen von Apple basiert. In einem Video des Unternehmens sieht man Mark, einen Teilnehmer an der klinischen COMMAND-Studie von Synchron und eine Person, die mit ALS lebt, wie er auf dem iPad-Startbildschirm navigiert, Apps startet und Nachrichten verfasst – alles ohne seine Hände, seine Stimme oder seine Augen zu benutzen.

Das System kombiniert das implantierbare Stentrode-Gerät von Synchron mit der integrierten Switch Control-Funktion von Apple in iPadOS. Die Stentrode wird in ein Blutgefäß über dem motorischen Kortex des Gehirns eingeführt, wo sie neuronale Signale im Zusammenhang mit der motorischen Absicht erfasst. Diese Signale werden drahtlos an einen externen Decoder übertragen, der dann über den BCI-HID-Standard von Apple direkt mit dem iPad kommuniziert.

Die Schaltersteuerung spielt eine zentrale Rolle bei der Ermöglichung der Interaktion. Es soll Benutzern mit eingeschränkter Mobilität die Steuerung ihrer Geräte über adaptive Schalter oder externe Signale ermöglichen. In diesem Fall reagiert es auf entschlüsselte neuronale Daten statt auf physische Berührungen, sodass Mark ganz gedanklich auf dem iPad scrollen, Apps auswählen und tippen kann.

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Das BCI HID-Protokoll von Apple ermöglicht diese nahtlose Integration. Es unterstützt die Closed-Loop-Kommunikation zwischen dem iPad und dem Synchron-System und teilt den Bildschirmkontext dynamisch, sodass die Benutzeroberfläche in Echtzeit reagiert und optimiert bleibt. Dies ermöglicht eine präzisere und effizientere Steuerung, selbst bei begrenztem neuronalen Input.

Dr. Tom Oxley, Gründer und CEO von Synchron, beschrieb diesen Moment als einen technologischen Meilenstein. „Dies ist das erste Mal, dass die Welt die native, gedankengesteuerte Steuerung eines Apple-Geräts in Aktion sieht. Marks Erfahrung ist ein technischer Durchbruch und ein Blick in die Zukunft der Mensch-Computer-Interaktion, in der kognitive Eingaben zu einem gängigen Steuerungsmodus werden.“

Während Apple die Technologie selbst nicht kommerzialisiert, haben seine Barrierefreiheits-Frameworks und Plattformstandards es Innovationen von Drittanbietern wie Synchron ermöglicht, sich direkt mit iPadOS zu verbinden. Die Demonstration zeigt, wie Apples langjährige Investition in Barrierefreiheit dazu beitragen kann, neue Eingabeformen für Benutzer mit schweren körperlichen Behinderungen zu erschließen. Es verstärkt auch das Potenzial von Gehirn-Computer-Schnittstellen, in Kombination mit gängigen Verbrauchergeräten reale Vorteile zu bringen.