Indien schließt sich der EU an und nimmt das App-Store-Monopol von Apple ins Visier

Während Apple in der EU gegen den Digital Markets Act und in den USA gegen einen aufkeimenden Kartellrechtsstreit kämpft, ist Indien das jüngste Land, das das iOS-Geschäftsmodell von Apple auf den Prüfstand stellt und damit den Weg für bedeutende Änderungen ebnet.

Die Competition Commission of India (CCI) hat entschieden, dass Apple in Bezug auf sein iOS App Store-Geschäftsmodell an „missbräuchlichen Verhaltensweisen und Praktiken“ beteiligt ist, insbesondere an der obligatorischen Nutzung von Apples proprietärem Abrechnungs- und Zahlungssystem für App-Entwickler. Dieses Urteil spiegelt die Schlussfolgerungen der Europäischen Kommission wider und könnte eine Öffnung des iPhone-Ökosystems in Indien ähnlich wie in der EU signalisieren.

Indien stellt für Apple einen wachsenden Markt dar, dessen Jahresumsatz bis März 2024 um 33 % auf 8 Milliarden US-Dollar stieg. Trotz dieses Wachstums hält Apple nur einen Anteil von 3,5 % am indischen Smartphone-Markt mit 690 Millionen Einwohnern. Die Untersuchung der CCI, die durch Beschwerden von Entwicklern und gemeinnützigen Gruppen ausgelöst wurde, ergab, dass Apple durch die Kontrolle über den iOS App Store erheblichen Einfluss darauf hat, wie digitale Produkte und Dienste Benutzer erreichen. Entwickler haben keine andere Wahl, als die Bedingungen von Apple einzuhalten, die die CCI als unfair erachtet.

Der Kern des Problems liegt in der obligatorischen Nutzung seines proprietären In-App-Kaufsystems durch Apple, das bis zu 30 % Provision auf Transaktionen erhebt. Laut CCI unterdrückt diese Praxis den Wettbewerb und erhöht die Kosten sowohl für Entwickler als auch für Verbraucher. Der Bericht legt nahe, dass Apples App Store ein unvermeidlicher Handelspartner für App-Entwickler ist und das iOS-Ökosystem aus ihrer Sicht unverzichtbar macht.

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Apple behauptet, dass sein Marktanteil in Indien im Vergleich zu Android gering sei und dass sein In-App-Kaufsystem notwendig sei, um die Sicherheit des App Stores zu gewährleisten. Die wachsende Zahl von iPhone-Nutzern in Indien deutet jedoch auf eine schnell wachsende Nutzerbasis hin. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen und Apple wird zusammen mit anderen Parteien in der Lage sein, zu antworten, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Diese Entscheidung könnte hohe Geldstrafen nach sich ziehen und Apple dazu zwingen, seine Geschäftspraktiken im App Store in Indien zu ändern.

Interessanterweise führten ähnliche Praktiken von Google in Indien zu einer Geldstrafe von 113 Millionen US-Dollar und einer Verpflichtung, Abrechnungsoptionen über Dritte zuzulassen. Während Indiens Smartphone-Markt größtenteils von Android bestimmt wird, könnten die wachsende Nutzerbasis von Apple und die Erkenntnisse der CCI Apple dazu zwingen, seine App-Store-Richtlinien auf dem indischen Markt anzupassen.

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Diese Überprüfung der App Store-Praktiken von Apple gibt es nicht nur in Indien. Im März verhängte die Europäische Kommission gegen Apple eine Geldstrafe in Höhe von 1,84 Milliarden Euro wegen Verstoßes gegen die EU-Kartellvorschriften durch den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung im App-Store-Markt. Apple wies die Vorwürfe zurück und plant, Berufung einzulegen. Anfang dieses Jahres lehnte Apple auch die Einführung von Vorabregulierungen in Indien im Rahmen des vorgeschlagenen Digital Competition Bill-Rahmens ab und bevorzugte einen Regulierungsrahmen, der Innovationen fördert, anstatt strenge Präventivmaßnahmen zu verhängen.

(überReuters)