Ein deutsches Gericht verbietet die Vermarktung der Apple Watch als CO2-neutral

Apple ist es in Deutschland untersagt worden, die Apple Watch Series 9 und die Apple Watch Ultra 2 als „CO2-neutrale Produkte“ zu bewerben, nachdem ein Gerichtsurteil festgestellt hatte, dass die Behauptungen des Unternehmens Verbraucher irreführten. Das Landgericht Frankfurt gab einer Klage von Umweltschützern statt und stellte fest, dass Apples Marketing gegen das deutsche Wettbewerbsrecht verstoße.

Laut einem Bericht vonReutersDer Fall wurde von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) eingereicht, die argumentierte, dass Apples Behauptungen auf fragwürdigen CO2-Ausgleichspraktiken beruhten. Das Gericht befand, dass Apples Abhängigkeit von Eukalyptusbaumplantagen in Paraguay problematisch sei, da die langfristige Zukunft des Projekts nicht garantiert sei, da 75 % der Pachtverträge im Jahr 2029 auslaufen würden. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass Apple die Fortsetzung des Projekts nicht gewährleisten könne, was seinen Neutralitätsanspruch untergrabe.

Apple hatte die Apple Watch Series 9 und Ultra 2 als „unsere ersten CO2-neutralen Produkte“ beworben. Während ein Sprecher sagte, das Urteil bestätige weiterhin Apples Nachhaltigkeitsansatz, bestätigte das Unternehmen nicht, ob es Berufung einlegen werde. Anfang des Jahres warnte Apple, dass Klagen wie diese glaubwürdige Klimaschutzmaßnahmen in allen Branchen beeinträchtigen könnten. Das Unternehmen bereitet sich außerdem darauf vor, das „CO2-Neutral“-Label auf der Verpackung der Apple Watch auslaufen zu lassen, um den bevorstehenden EU-Vorschriften zu entsprechen, die diese Terminologie ab September 2026 einschränken sollen.

Umweltverbände kritisieren Apples Klimaschutzprojekte seit langem. Die paraguayischen Eukalyptusplantagen, die zur Generierung von CO2-Gutschriften genutzt werden, werden von Ökologen aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt und den Wasserverbrauch als „grüne Wüsten“ bezeichnet. Die DUH begrüßte das Urteil als einen Schritt gegen „Greenwashing“ und sagte, Apples Projekten mangele es an ökologischer Integrität und es sei nicht möglich, eine dauerhafte CO2-Speicherung bereitzustellen.

Apple ist nicht der Einzige, der auf den CO2-Ausgleich durch Forstprojekte setzt. Meta und Microsoft haben im Austausch gegen Kredite auch in ähnliche Plantagen in Lateinamerika investiert. Das Frankfurter Urteil verdeutlicht jedoch die zunehmende behördliche Kontrolle von Umweltaussagen von Unternehmen in Europa und signalisiert, dass Unternehmen stärkere Beweise benötigen, um Produkte als klimaneutral zu vermarkten.

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