Apple behebt Screen-Time-Fehler, aber das Vertrauen der Eltern bleibt unsicher

Screen Time, die Kindersicherungsfunktion von Apple, wurde mit iOS 12 eingeführt, um Eltern dabei zu helfen, die Bildschirmnutzung ihrer Kinder zu verwalten und einzuschränken

Seit seiner Einführung stand Screen Time vor zahlreichen Herausforderungen. Eltern und Sicherheitsforscher haben immer wieder Fehler gemeldet, die es Kindern ermöglichen, Beschränkungen zu umgehen. Ein wichtiges Problem war eine Problemumgehung, bei der Kinder auf blockierte Websites zugreifen konnten, indem sie eine bestimmte Zeichenfolge in die Adressleiste von Safari eingaben. Dieser im Jahr 2020 entdeckte Fehler wurde von Apple bis vor kurzem nicht behoben.

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Die Reaktion von Apple auf diese Berichte war uneinheitlich. Die Sicherheitsforscher Andreas Jägersberger und Ro Achterberg meldeten Apple den Safari-Fehler im Jahr 2021. Apple wies ihre Berichte zunächst mit der Begründung zurück, dass das Problem keine Auswirkungen auf die Sicherheit habe. Erst als Joanna Stern vom Wall Street Journal den Fehler hervorhob, verpflichtete sich Apple, ihn im iOS 17.5.1-Update zu beheben.

Trotz mehrfacher Updates weist Screen Time weiterhin erhebliche Mängel auf. Eltern haben berichtet, dass App-Limits oft nicht funktionieren. Beispielsweise könnte ein Stundenlimit auf Instagram ablaufen, die App aber weiterhin zugänglich bleiben. Die Bildschirmnutzungsdiagramme, die Einblicke in die Gerätenutzung geben sollen, sind häufig ungenau oder leer. Darüber hinaus erhalten Eltern oft keine Benachrichtigungen über App-Download-Anfragen oder Verlängerungen der Bildschirmzeit, was es schwierig macht, die Gerätenutzung ihrer Kinder effektiv zu überwachen und zu steuern.

Apple erkennt diese Probleme an und behauptet, kontinuierlich Verbesserungen vorzunehmen. In einer Erklärung sagte eine Apple-Sprecherin: „Wir nehmen Berichte über Probleme mit der Bildschirmzeit sehr ernst und nehmen kontinuierlich Verbesserungen vor, um sicherzustellen, dass Benutzer das beste Erlebnis haben.“ Die anhaltende Natur dieser Probleme hat jedoch dazu geführt, dass viele Eltern das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Funktion verloren haben.

Die Einführung von Screen Time zielte darauf ab, den wachsenden Bedenken hinsichtlich der Smartphone-Sucht Rechnung zu tragen und Eltern Tools an die Hand zu geben, mit denen sie die digitalen Gewohnheiten ihrer Kinder verwalten können. Allerdings haben die anhaltenden Fehler und Problemumgehungen seine Wirksamkeit untergraben. Eltern, die Screen Time nutzen möchten, müssen wachsam bleiben und regelmäßig überprüfen, ob die Einstellungen wie vorgesehen funktionieren. Während Apple verspricht, die Bildschirmzeit weiter zu verbessern, müssen Eltern möglicherweise nach alternativen Lösungen zur Kindersicherung suchen, um die Online-Sicherheit ihrer Kinder zu gewährleisten.

Die bevorstehende WWDC 2024 könnte weitere Einblicke in die Zukunft von Screen Time liefern, insbesondere mit der erwarteten Veröffentlichung von iOS 18. Vorerst sollten Eltern ihre Geräte auf dem neuesten Stand halten und die Screen Time-Einstellungen regelmäßig überprüfen, um die digitalen Erlebnisse ihrer Kinder zu schützen.

(überDas Wall Street Journal)