Apple hat beim Berufungsgericht des Neunten Bezirks erneut Berufung eingelegt und argumentiert, dass die jüngsten gerichtlich angeordneten Änderungen im App Store zu weit gehen und seine verfassungsmäßigen Rechte verletzen. Die Einreichung ist Teil des andauernden Streits mit Epic Games, in dem Apple behauptet, dass ihm zu Unrecht die Möglichkeit entzogen wurde, eine Entschädigung für geistiges Eigentum zu verlangen, und gleichzeitig Regeln auferlegt wurden, die einen gefährlichen Präzedenzfall für andere Unternehmen schaffen.
Der Fall geht auf einen Beschluss von Richterin Yvonne Gonzalez Rogers aus dem Jahr 2021 zurück, der Apple dazu aufforderte, Entwicklern zu gestatten, In-App-Links zu Kaufoptionen von Drittanbietern einzufügen. Apple verzögerte die Umsetzung bis 2024 und führte eine Gebühr von 12 bis 27 Prozent auf externe Einkäufe ein. Epic bestritt den Schritt als ungerechtfertigte Gebühr, und im April 2025 erweiterte das Gericht die einstweilige Verfügung und zwang Apple, externe Links ohne Gebühren und ohne Designbeschränkungen zuzulassen. Apple kam dem nach, legte jedoch sofort Berufung ein und bezeichnete das Urteil als verfassungswidrig.
Apple argumentiert, dass die einstweilige Verfügung vom April die ursprüngliche Anordnung rechtswidrig umformuliert habe, indem neue Design-, Formatierungs- und Nachrichtenregeln eingeführt wurden, die gegen seine First Amendment-Rechte verstoßen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die Gerichte die ursprüngliche einstweilige Verfügung hätten durchsetzen sollen, anstatt neue Bedingungen zu schaffen. Apple hält außerdem die umfassende Anwendung der Null-Provisions-Regel für alle Entwickler für übertrieben, da Epic Games in diesem Fall der einzige Kläger ist.
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Das Unternehmen beruft sich auf ein aktuelles Urteil des Obersten Gerichtshofs im Fall Trump vs. Casa, in dem es heißt, dass allgemeine einstweilige Verfügungen nicht weiter gefasst sein dürfen als nötig. Apple ist der Ansicht, dass das Bezirksgericht den Rechtsbehelf zu Unrecht über Epic hinaus ausgeweitet hat und es allen Entwicklern ermöglicht hat, die App Store-Gebühren zu umgehen, ohne einen Schaden nachzuweisen. Apple behauptet, dass die Forderung, verlinkte Käufe von Unternehmen wie Spotify, Microsoft oder Amazon zuzulassen, nichts zur Verbesserung der Situation von Epic beiträgt und Apples IP-geschützte Technologien auf unfaire Weise ausnutzt.
Derzeit ist Apple verpflichtet, US-Entwicklern das Einfügen uneingeschränkter externer Links zu gestatten, ohne dass dafür Gebühren erhoben werden. Sollte sich der Ninth Circuit auf die Seite von Apple stellen, könnte das Unternehmen wieder Provisionsstrukturen oder Einschränkungen bei der Darstellung von Links einführen, was erneut eine deutliche Änderung der App Store-Richtlinien bedeuten würde.
