Die rechtlichen Herausforderungen, denen sich Apples App Store-Richtlinien gegenübersehen, nehmen weiter zu. Eine neue Sammelklage wurde von der Anwaltskanzlei Hagens Berman eingereicht.
Klägerin in diesem Fall ist Pure Sweat Basketball Inc., ein Unternehmen, das eine App anbietet, die Nutzern dabei helfen soll, ihre Basketballfähigkeiten zu verbessern. In der Klage wird behauptet, Apple habe Entwickler, die verknüpfte Zahlungsmethoden nutzen wollten, mit einer Gebühr von 27 % auf alle Transaktionen bestraft. Das Unternehmen behauptet, dass es in der Lage gewesen wäre, Abonnements direkt an seine Nutzer zu verkaufen, wenn Apple der einstweiligen Verfügung des Gerichts nachgekommen wäre und „Link-out“-Schaltflächen zugelassen hätte, die Kunden auf seine Website leiten.
Hagens Berman schätzt, dass mehr als 100.000 App-Entwickler von Apples angeblichem Fehlverhalten betroffen waren, das sie dazu zwang, Apples Provisionen für In-App-Verkäufe zu akzeptieren.
Berichten zufolge hat Apple nur 34 Entwickler identifiziert, die sich für die Bereitstellung verknüpfter Zahlungen beworben hatten. Diese Zahl stellt einen winzigen Teil der rund 136.000 Entwickler dar, die im App Store-Ökosystem tätig sind.
Letzte Woche erließ Richterin Yvonne Gonzalez Rogers eine einstweilige Verfügung, die Apple untersagte, Provisionen zu erheben oder auf andere Weise die Möglichkeit der Entwickler zu beeinträchtigen, Kunden auf externe Zahlungssysteme umzuleiten. Der Richter war auch nicht erfreut über die Warnbildschirme, die Apple anzeigte, wenn eine App versuchte, Benutzer zu einem Zahlungsportal eines Drittanbieters weiterzuleiten, und bezeichnete dies als Panikmache.
Lesen Sie auch:Apple steht wegen der Preise für iCloud-Speicher vor einer Sammelklage
Als9to5Macweist darauf hin, dass dies nicht das erste Mal ist, dass Hagens Berman es mit Apple aufnimmt; Die Anwaltskanzlei leitete zuvor Klagen gegen das Unternehmen wegen wettbewerbswidriger Praktiken, was dazu führte, dass Apple erhebliche Änderungen an seinen App-Store-Betrieben vornahm und einen Small Developer Assistance Fund einrichtete. Sollte die aktuelle Klage Erfolg haben, könnten iOS-Entwickler, die nach dem 16. Januar 2024 digitale Produkte über den App Store verkauft haben, aufgrund der angeblichen Nichteinhaltung der einstweiligen Verfügung durch Apple Anspruch auf eine Rückerstattung haben.
Als Reaktion darauf hat Apple seine Ablehnung des Urteils zum Ausdruck gebracht und Berufung eingelegt. Das Ergebnis dieser Klage und Berufung könnte erhebliche Auswirkungen sowohl für Entwickler als auch für Verbraucher haben.
